Telefonsex – was geht und was geht nicht?

Was sollte man beim Telefonsex beachten Foto ©mariesacha stock adobe

Telefonsex geht mit einem verruchten Image einher, was einen Teil des Reizes ausmacht. Bei dem erotischen Gespräch zwischen zwei oder mehr Personen steht die gegenseitige Stimulation im Mittelpunkt. Sexy Stimmen, Dirty Talk und eine aufregende Geräuschkulisse regen bei Mann und Frau das Kopfkino an.

Was ist Telefonsex und welche Arten gibt es?

Seit seiner Erfindung durch Alexander Graham Bell entwickelte sich das Telefon zu einem wichtigen Kommunikationsgerät im Alltag. Inzwischen löste das Smartphone mit seinem großen Funktionsumfang in vielen Haushalten das klassische Festnetztelefon ab. Seinen ursprünglichen Zweck erfüllt das Mobiltelefon bis heute – es taugt zum Telefonieren.

Ein alltägliches Telefongespräch verbinden wenige Menschen mit Erotik. Anders verhält es sich, wenn aus dem Hörer stimmungsvolles Stöhnen oder lasziv gehauchte Anweisungen zur Masturbation kommen. Telefonsex bietet zwei – selten mehr – Personen ein erotisches Erlebnis über große Distanzen. Es geht hierbei um sinnliche Gespräche und die gegenseitige Stimulation mit Stimme und Worten. Dabei gilt die gleiche Regel wie bei jeder Art Sex: Alles findet in gegenseitigem Einvernehmen statt.

Privat oder gewerblich – bei Telefonsex unterscheiden sich zwei Arten

Um die eigene Beziehung in Schwung zu halten, probieren Paare gern Neues aus. Sex im Freien gehört zu diesen erotischen Erlebnissen, die oft lange Zeit in Erinnerung bleiben. Doch was geschieht, wenn einer der Partner im Urlaub oder auf Dienstreise ist? Damit die Erotik trotz körperlicher Abwesenheit bestehen bleibt, kommt das Telefon als Hilfsmittel ins Spiel.

Findet Telefonsex übers Handy statt, entsteht jederzeit und ortsunabhängig ein sinnliches Erlebnis. Dieses entwickelt sich bei Paaren spontan aus einem alltäglichen Gespräch heraus. Alternativ funktioniert die Planung eines sexy Telefonats mit oder ohne integriertes Rollenspiel.

Ist der Telefonsex privat, findet er meist zwischen einem homo- oder heterosexuellen Paar statt. Die erotische Spielart kommt für räumlich getrennte Liebespaare infrage. Alternativ nutzen zwei Singles den Telefonsex, um sich ohne feste Beziehung und Bindungsabsicht gegenseitig zu stimulieren.

Findet ein erotisches Telefonat zwischen Privatpersonen statt, ist der Telefonsex kostenlos. Zwar können die gängigen Gebühren beim Telefonieren anfallen, hohe Zusatzkosten sind jedoch nicht zu befürchten.

Anders verhält es sich meist bei Telefonsex mit einer Domina oder einem Camgirl. In beiden Fällen kommen Anrufer erst in den Genuss eines erotisierenden Telefongesprächs, wenn sie eine kostenpflichtige Nummer wählen.

Rufen Männer oder Frauen bei einer Telefonsex Hotline an, variieren die Kosten. Abhängig vom Anbieter fallen pro Minute Gebühren zwischen wenigen Cent und mehreren Euro an. Laut der Verbraucherzentrale Hamburg müssen Anrufer eine hohe Telefonsex-Rechnung nicht bezahlen, wenn im Vorfeld keine ausreichende Aufklärung über die entstehenden Kosten stattfand.

Bei Anruf Sex: Wie funktioniert die Erotik übers Telefon?

Unabhängig davon, ob der Telefonsex privat oder über eine Hotline stattfindet, funktioniert das erotische Erlebnis ähnlich. Zunächst empfiehlt es sich für beide Anrufer, sich eine ruhige und bequeme Umgebung zu suchen.

Ein erotisches Telefonat findet im Bett oder auf dem Sofa im heimischen Wohnzimmer statt. Prickelnd und ein wenig verrucht ist Telefonsex am Schreibtisch im Büro. Bei dieser Variante sollten die Anrufer sicherstellen, dass Kollegen, Geschäftspartner oder Kunden nicht lauschen.

Für Paare geht es beim Telefonsex wie beim Sex auf der Waschmaschine um einen erotischen Kick außerhalb des täglichen Einerleis. Während des Telefonats können sie:

  • sich gegenseitig Masturbationsfantasien erzählen
  • sich selbst befriedigen und den Partner mit erotischen Geräuschen stimulieren
  • dem Partner Anweisungen zur Selbstbefriedigung geben
  • ein Rollenspiel ausprobieren

Um sich beim Telefonsex fallen zu lassen, braucht es eine angenehme Umgebung und eine entspannte Atmosphäre. Alltagsthemen bleiben beim sexy Telefonat außen vor.

Beim Telefonsex live helfen spontane Einfälle dem erotischen Spiel auf die Sprünge. Dennoch ergibt es Sinn, sich vor geplantem Telefonsex Gedanken über eigene Vorstellungen und die Wünsche des Partners zu machen. Unterbrechen „Äh“, „Öhm“ oder peinliches Schweigen den erotischen Redefluss, verliert das Telefonat schnell seinen Reiz.

Gleiches geschieht, wenn sich ein Partner beim Stöhnen oder Keuchen in den Hörer unbehaglich fühlt. Reden Paare im Vorfeld über ihre Vorlieben und Abneigungen beim Telefonsex, beugen sie einem unangenehmen Erlebnis vor.

Welche Rollenspiele eignen sich für den Telefonsex?

Bei privatem oder gewerblichem Telefonsex gehören Rollenspiele und Kopfkino zu den Faktoren, die das erotische Erlebnis stimulierend gestalten. Das Spiel erotischer Dominanz und Unterwerfung funktioniert in einem Telefonat mit:

  • einer strengen Tonlage der dominanten Person
  • klaren Anweisungen und Befehlen an den devoten Part
  • Androhung von erotischen Strafen bei Zuwiderhandlung
  • erotischen Erniedrigungen des unterwürfigen Gesprächspartners

Der Telefonsex mit einer Herrin – auch einer Geldherrin oder Fußherrin – eignet sich ebenfalls für Frauen, die an gleichgeschlechtlicher Erotik Gefallen finden. Alternativ kommt für sie ein erotisches Telefonat mit einem dominanten Mann infrage. Gewerbliche Angebote in dieser Kategorie sind selten.

Für Männer, die ein erotisches Telefonat mit einem gleichgeschlechtlichen Partner bevorzugen, ist Gay-Telefonsex eine gute Wahl. Dieser findet privat oder ebenfalls über eine Hotline statt.

Neben dem Rollenspiel mit ungleichem Machtgefälle bieten sich für den Sex am Telefon weitere Fantasien an. Dazu gehört die heimliche Affäre oder der Telefonsex zweier Fremder. Sogar eine gespielte Erpressung mit Anweisung zur Selbstbefriedigung kann antörnend sein. Bei jedem Rollenspiel kommt es darauf an, sich und dem Partner ein erotisches Kopfkino zu bieten. Das funktioniert durch eine detaillierte Beschreibung des vorgestellten Settings.

Geschieht das mit einer sexy Stimme, kommt der Gesprächspartner leichter in Stimmung. Auf Männer wirkt laut einer 2013 veröffentlichten Studie eine hohe Frauenstimme erotisch. Dagegen bevorzugen viele Frauen eine tiefe Männerstimme.

Telefonsex mit Cam – die audiovisuelle Stimulation

Reichen eine sexy Stimme und das Kopfkino nicht für die erotische Stimulation aus, kommt Telefonsex mit Cam infrage. Bei diesem filmt sich einer der Gesprächspartner live mit einer Kamera – meist der Digitalkamera an Laptop oder Computer. Der andere Part verfolgt das gefilmte Geschehen auf dem eigenen Fernseh- oder PC-Bildschirm.

Cam-Sex bietet die Möglichkeit, sich an visuellen Reizen des Gegenübers zu erfreuen. Im Vergleich zu reinem Telefonsex braucht es wenig Fantasie, um eine prickelnde Atmosphäre zu erzeugen. Es wirkt bereits erregend, wenn sich der Gesprächspartner vor der Kamera in Reizwäsche zeigt oder sich auszieht.

Um sich während des Telefonierens zu sehen, kommt der Telefonsex Cam2Cam infrage. Suchen Männer oder Frauen nach einem professionellen Camgirl oder Camboy zum Telefonieren, lohnt sich der Blick auf seriöse Cam-Sex-Webseiten, auf Erotikportalen oder Pornowebseiten.

Vor dem Telefonanruf bei einem Camgirl lohnt es sich, einen Blick auf die Festnetz- oder Mobilfunkgebühren pro Minute zu werfen. Bei Telefonaten ins Ausland können diese ebenso hoch oder höher sein als bei Anrufen kostenpflichtiger Hotlines. Ob der Telefonsex günstig oder kostenintensiv ausfällt, hängt zudem von der Gesprächsdauer ab.

Was geht nicht beim Telefonsex?

Telefonsex ermöglicht Zweisamkeit, ohne dass sich die Gesprächspartner am gleichen Ort befinden. Neben der erotischen Stimulation durch Dirty Talk oder sexy Geräusche genießen die Partner körperliche Befriedigung. Dafür:

  • berühren sie sich selbst an erogenen Zonen
  • masturbieren mit oder ohne Hilfsmittel oder
  • nutzen erotische Spielzeuge für Selfmade-BDSM-Spiele

Obgleich diese Berührungen das Kopfkino anheizen können, fehlt beim Telefonsex die physische Stimulation durch eine andere Person. Dadurch kann die erotische Spielart im Vergleich zu normalem Sex unpersönlich wirken.

Was sind No-Gos beim Telefonsex?

Beim privaten Telefonsex klären die Gesprächspartner individuelle Wünsche und Vorstellungen im Vorfeld ab. Fühlen sie sich bei einem sexy Telefonat unwohl, sprechen sie über das jeweilige Problem und probieren es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.

Bei einem Anruf einer Telefonsex-Hotline spielen vorrangig die Fantasien des Kunden eine Rolle. Diese teilt er seinem Gesprächspartner vor dem Telefonsex oder während des erotischen Telefonats mit. Ein offener und ehrlicher Umgang mit den eigenen Fantasien bildet die Basis für die Stimulation übers Handy.

Findet der Telefonsex privat statt oder erfolgt der Anruf bei einer Hotline – zu den No-Gos in beiden Fällen zählt ein respektloser Umgang miteinander. Im Rahmen eines aufreizenden Rollenspiels wirkt Dirty Talk erregend. Ohne Absprache gehören ein aggressiver Tonfall und Schimpfworte nicht in ein erotisches Telefonat.

Beim Anruf einer Telefonsex-Hotline vermeiden die Anrufer zudem:

  • die Frage nach einem persönlichen Treffen
  • eine nachträgliche Verhandlung über vorher festgelegte Kosten
  • die Preisgabe persönlicher Daten

Zudem handelt es sich bei Zeitdruck um ein No-Go beim Telefonsex. Bei dieser erotischen Spielart baut sich die Spannung langsam auf. Fühlt sich einer der Gesprächspartner gehetzt oder unter Druck gesetzt, verliert das Erlebnis seinen Reiz.

Fazit

Telefonsex bietet erotische Stimulation ohne körperliche Nähe. Dadurch handelt es sich um eine flexible Spielart, die Singles und Paare ortsunabhängig ausprobieren. Neben einer entspannten Atmosphäre und prickelndem Kopfkino macht Dirty Talk, der beiden Gesprächspartnern gefällt, den Reiz eines sexy Telefonats aus.

Bestseller Nr. 1
Bestseller Nr. 2
Bestseller Nr. 3
Kein Sex unter dieser Nummer [dt./OV]
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • Ari Graynor, Lauren Anne Miller, Mark Webber (Schauspieler)
  • Jamie Travis (Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren
Bestseller Nr. 4