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Rente im Ausland – Das musst Du beachten!

Was ist zu beachten, wenn man seinen Lebensabend im Ausland verbringen möchte? Foto: ©Dirk / stock adobe

Immer mehr Deutsche entscheiden sich, Ihren Ruhestand nicht in Deutschland zu verbringen. 250.000 Rentner bzw. Rentnerinnen leben im Ausland. Die deutsche Rentenkasse überweist Rentenzahlungen in 150 Länder weltweit.

Was auch immer die Menschen dazu treibt, nach dem Arbeitsleben ins Ausland zu ziehen – das bessere Klima, niedrigere Steuern oder besseres Essen. Falls Du auch einen Umzug ins Ausland nach dem Arbeitsleben planst, bist Du nicht allein.

Hier findest Du ein paar wichtige Infos, die Du vor Deinem Umzug beachten solltest.

Ab wann lebst Du im Ausland

Wenn Du mehr als sechs Monate im Jahr im Ausland lebst, gilt das als dauerhaft. Dann lebst Du also im Ausland. Alles unter sechs Monaten gilt als zeitlich begrenzter Aufenthalt.

Lebst Du einem Land innerhalb der Europäischen Union, musst Du Dich in den ersten drei Monaten dort nicht melden. Je nach Land gilt: Nach drei Monaten musst Du Deinen Wohnsitz bei der zuständigen Behörde – meist bei der Gemeinde – anmelden.

Dazu brauchst Du einen gültigen Reisepass, einen Nachweis, dass Du krankenversichert bist und einen Nachweis, dass Du Deinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kannst – was mit Deiner Rente ja der Fall ist.

In welches Land sollst Du übersiedeln?

In einem Land zu leben ist anders, als dort nur zwei Wochen im Jahr Urlaub zu machen. Es gibt ideale Orte für einen Ruhestand im Ausland, andere eignen sich wahrscheinlich weniger. Bevor man also dauerhaft umzieht, sollte man sich ein paar Punkte zu seinem Zielland überlegen.

Nähe: Wenn Du ab und zu oder öfters nach Deutschland zu Besuch kommen willst, ist es besser, dass Deine neue Heimat nur wenige Flugstunden von Deutschland entfernt liegt. Bedenke, dass das Reisen, auch mit dem Flugzeug, mit dem Alter immer beschwerlicher wird. Außerdem wäre es ideal, wenn die Flüge nach Hause günstig sind, damit Du auch jederzeit zurückkommen kannst, wenn Du willst.

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Krankenversorgung: Die Möglichkeit, dass Du krank wirst, steigt mit dem Alter. Bietet dein neues Land eine ausreichende Krankenversorgung? Gibt es eine Pflege-Infrastruktur wie in Deutschland?

Sprache: Wenn Du Dich gar nicht in der Landessprache verständigen kannst, ist vieles mühsam und schwierig und Du wirst meistens einen Dolmetscher brauchen. Eine EU-Sprache lernst Du auch im Alter wahrscheinlich leichter als eine asiatische Sprache, die dem Deutschen sehr fern ist.

Keine Angst, Du musst Dich nicht sofort für ein Land entscheiden. Dass man erst ab sechs Monaten Aufenthalt dauerhaft im Ausland lebt, hat nämlich Vorteile. So kann man zum Beispiel in einem Land ein paar Monate zur Probe wohnen und muss nicht sofort seinen gesamten Lebensmittelpunkt verlegen.

So findest Du Anschluss

Du möchtest Deinen Lebensabend wahrscheinlich nicht allein verbringen. Auch wenn Du mit Deinem Partner bzw. Deiner Partnerin wegziehst, sind ein paar Freundschaften und Bekanntschaften, mit denen man sich regelmäßig trifft, ganz nett.

Schnellen Anschluss zu Einheimischen zu finden, wenn Du vielleicht die Sprache gar nicht sprichst, ist nicht immer leicht. Einfacher ist es, sich an deutsche Communities anzuhängen, die es in vielen Ländern gibt – zum Beispiel auf Mallorca. Nähere Informationen haben meist die deutschen Botschaften. Auch auf Facebook gibt es zahlreiche Auswanderergruppen.

Finanzielles: So komme ich zu meinem Geld

Wenn Du ins Ausland ziehst, möchtest Du natürlich auch, dass Du weiterhin Deine Rente bekommst. Hier ist es wichtig, wohin Du ziehen willst.

EU-Ausland: Bleibst Du innerhalb der Europäischen Union und ziehst zum Beispiel nach Spanien, ändert sich nichts. Du kannst Dir ein spanisches Konto einrichten und die IBAN-Nummer bei Deiner Rentenversicherung bekannt geben. Das Geld kommt dann jeden Monat pünktlich.

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Länder mit Sozialversicherungsabkommen: Mit Ländern außerhalb der EU, zum Beispiel Norwegen oder die Schweiz, hat Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen. Auch hier ändert sich nichts. Du bekommst ganz normal monatlich Dein Geld ausbezahlt.

Länder ohne Sozialversicherungsabkommen: Ziehst Du zum Beispiel nach Thailand, wird es komplizierter. Deutschland hat mit Thailand kein Sozialversicherungsabkommen. Hier ist es wichtig, dass Du unbedingt vorab mit Deiner Rentenversicherung sprichst, damit Du Dein Geld regelmäßig überwiesen bekommst.

Nachweis, dass Du noch lebst

Damit Du weiterhin Dein Geld bekommst, musst Du jährlich bestätigen, dass Du noch lebst. Mitte des Jahres wird Dir daher von der Rentenversicherung eine Lebensbescheinigung geschickt. Diese musst Du bei den Behörden oder der deutschen Botschaft bestätigen lassen. Vergisst Du das, stellt die Rentenversicherung die Zahlungen ein.

Steuern

Auch wenn Du im Ausland lebst: Du wirst Deine Rente versteuern müssen. Deutschland hat mit vielen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen. Das heißt: In manchen Fällen – etwa in Portugal – zahlst Du weniger Steuern als in Deutschland. Nähere Infos über die steuerlichen Vor- und Nachteile eines Umzugs ins Ausland hat normalerweise das Finanzamt oder auch Dein Steuerberater.

Fazit

Wenn Du darüber nachdenkst, ins Ausland zu ziehen, gibt es zahlreiche Dinge, die Du beachten musst und sollst. Triff die Entscheidung nicht übereilt, sondern bereite Dich gut darauf vor. Sprich mit deiner Versicherung, dem Finanzamt und Menschen, die diese Erfahrung bereits gemacht haben.

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Verfasst von Hajo Simons