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Katze kastrieren – Ablauf & Kosten

Bild: Yulia/stock.adobe.com

Eine Katze kastrieren bringt Kosten mit sich. Geschieht dies nicht, vermehrt sie sich unkontrolliert. Die Folge: mehr als 2 Millionen herrenlose Katzen. Um dem Leid der Tiere Einhalt zu gebieten, erhielt das Tierschutzgesetz im Jahr 2013 den neuen Paragrafen 13 b. Dieser erlaubt es den Ländern, eine Kastrationspflicht einzuführen oder dieses Recht auf die Gemeinden zu übertragen. Davon machten bisher (Stand 2023) mehr als 1.000 Städte und Gemeinden Gebrauch.

Wann sollte ich meine Katze kastrieren

PETA Deutschland e. V. setzt sich, um Leid von den Katzen fernzuhalten, für eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen ein. Für Dich als Katzenhalter kommen andere Gründe hinzu, warum Du die Kosten zum Kastrieren Deiner Katze auf Dich nimmst.

Um den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, hilft Dir der Tierarzt mit seinem Wissen weiter. Ist die Katze sechs bis neun Monate alt, wird sie rollig, danach alle 3 Wochen in den Monaten des Frühlings und des Herbstes. Unkastriert droht bei Kontakt mit Katern die Trächtigkeit. Sie bringt wie ihre Mutter dreimal im Jahr ein bis sechs Katzenbabys auf die Welt. Diese zu halten, ist nicht möglich.

Deshalb ist spätestens vor Beginn der Rolligkeit der Termin beim Tierarzt notwendig. Dieser kastriert Deine Katze, die zu diesem Zeitpunkt etwa sechs bis acht Monate alt ist. So empfehlen es die Tierärzte.

Tipp: Suche vor dem ersten Freigang einen Tierarzt auf. Bedenke dabei, dass Du für die Untersuchung, die Impfungen und für das Kastrieren der Katze die Kosten selbst zu tragen hast.

Tierheime kastrieren die Katzen und Kater vor der Geschlechtsreife im Alter von 2 bis 4 Monaten. Nach der Frühkastration entwickeln die Tiere keine ihrem Geschlecht spezifische Verhaltensweisen. Der Grund liegt im Ausbleiben der Pubertät und der damit einhergehenden verhinderten Sexualhormonproduktion. Der Nachteil einer frühen Kastration der Katze ist das erhöhte Narkoserisiko.

Hältst Du eine Wohnungskatze, scheue nicht die Kosten, um Deine Katze kastrieren zu lassen. Hat diese keinen Kontakt mit einem Kater, besteht das Risiko, dass sie eine dauerhafte Rolligkeit entwickelt. Dies zeigt sie durch ihr unruhiges Verhalten und Schreien. Kater markieren stattdessen ihr Revier: Deine Wohnung.

Weitere Gründe sprechen dafür, die Katze trotz der Kosten kastrieren zu lassen:

  • Lebensdauer: Kastrierte Katzen leben länger. Denn: Für Freigänger besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko durch Revierkämpfe. Sie erkranken häufiger an lebensverkürzenden Krankheiten wie Tollwut, Katzenseuche, Katzenschnupfen, Katzenleukämie (FeLV) sowie an Katzenaids (FIV).
  • Sicherheit: Entscheidest Du Dich, Deine Katze zu kastrieren und die Kosten dafür zu akzeptieren, wirkt sich dies auf deren Sicherheit aus. Das Bedürfnis herumzustreunen, nimmt ab. Daraus ergeben sich weniger Risiken, durch einen Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Auch das erhöhte Unfallrisiko bei Rolligkeit bleibt aus, denn sie läuft nicht mehr kopflos auf die Straße, um sich zu paaren.
  • Verhalten: Kastrierte Katzen sind friedlicher und menschenbezogener als ihre nicht kastrierten Artgenossen. Reviermarkierungen kommen seltener vor.
  • Bessere Gesundheit und weniger Stress: Keine Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane, da diese fehlen. Die Rolligkeit und der damit verbundene Stress bleiben bei kastrierten Katzen aus.

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Kastration – der Ablauf im Überblick

Die Kosten

Lässt Du Deine Katze kastrieren, sind die Kosten dafür im Vergleich mit den Tierarztkosten, die bei einem unkastrierten Tier anfallen, gering. Die Preise berechnet der Veterinär nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Nach der seit 22. November 2022 gültigen GOT sind die Kosten für die Kastration eines Katers geringer als die einer Katze. Der einfache Satz für die Kastration eines Katers beträgt 30,32 €. Die Kosten, um eine Katze zu kastrieren, sind mit 89 € für eine Ovariohysterektomie fast dreimal so hoch.

Die Summe auf der Rechnung fällt höher aus, denn Tierärzten erlaubt die GOT, die Kosten nach dem Aufwand zu berechnen. Der einfache Satz gilt für Behandlungen unter sehr einfachen Bedingungen, der zweifache für schwierige Operationen und als Mindestmaß für den Notdienst. Insgesamt gibt es 4 GOT-Sätze. Tierärzte berechnen für die Kastration einer Katze meist Kosten, die dem 1,5-fachen Satz entsprechen.

Hinzu kommen beim Kastrieren der Katze Kosten für die:

  • Beratung
  • Voruntersuchungen
  • Zusatzuntersuchungen wie Ultraschall- oder Blutuntersuchungen, um eine mögliche Trächtigkeit festzustellen
  • Vollnarkose
  • Verbrauchsmaterialien, die bei der Operation anfallen
  • Medikamente, einschließlich der Verabreichung derselben
  • Halskrause
  • Nachbehandlung
  • die Umsatzsteuer

Hinweis: Wie hoch die Kosten für eine Kastration der Katze ausfallen, hängt vom Einzelfall ab und ist pauschal nicht zu beantworten.

Die Vorbereitung der Katze auf die Kastration

Sind die Beratung und die Voruntersuchungen abgeschlossen, vereinbarst Du einen Termin, um Deine Katze kastrieren zu lassen. Um eine Operation zu ermöglichen, achtest Du darauf, dass sie ab dem Vorabend nüchtern bleibt. Du verweigerst ihr die Nahrungsaufnahme, gibst ihr jedoch für die Flüssigkeitsaufnahme sauberes Trinkwasser.

Kurz vor dem Operationstermin bringst Du Deine Katze in einer mit einem Handtuch ausgelegten Transportbox in die Praxis. Versuche ruhig zu bleiben, damit es Deine Katze auch ist. Dies verringert das Operationsrisiko.

Die Vollnarkose beim Tierarzt

In der Tierarztpraxis untersucht der Tierarzt die Narkosefähigkeit Deiner Katze. Ist sie operationstauglich, setzt er das Tier mit einer Spritze oder kombiniert mit einer Inhalation unter Vollnarkose.

Der Ablauf: Das geschieht mit Deiner Katze bei der Ovariektomie

  1. Fixierung der Katze in Rückenlage auf der Liege.
  2. Rasur des Bauches
  3. Desinfektion des Operationsareals
  4. 1 bis 2 Zentimeter langer Schnitt hinter dem Nabel
  5. Öffnung der Haut
  6. Öffnung des Bauchraumes
  7. Entfernung der Eierstöcke mit einem Uterushaken

Dabei angelt der Operateur die Gebärmutterhörner, an denen die Eierstöcke hängen, mit dem Haken und nimmt die Eierstöcke aus der Bauchhöhle heraus. Diese und deren versorgenden Gefäße bindet der Tierarzt ab und entfernt sie.

  1. Verschließen der Muskelschicht des Bauchraumes nach der Ovariektomie mit selbst auflösendem Nahtmaterial.
  2. Vernähen der Haut mit nicht selbst auflösenden Fäden, teils auch Verschließen der Haut mit Klammern

Hinweis: Neben der Entfernung der Eierstöcke ist es üblich, die Gebärmutter gleich mitzuentfernen. Diesen Vorgang bezeichnen Tierärzte mit Ovariohysterektomie. Bei der Kastration eines Katers entfernt der Operateur die Hoden. Katze und Kater sind nach den Operationen dauerhaft unfruchtbar.

Was gibt es nach der Kastration zu beachten?

Es vergehen einige Stunden, bis Du Deine Katze wieder mit nach Hause nehmen kannst. Dann ist sie aus der Narkose erwacht. Lassen die ihr verabreichten Schmerzmittel nach, geht es ihr nicht gut und bedarf der besonderen Pflege.

Damit sich Deine Katze von der Operation schnell erholt, polsterst Du ihr eine Liegefläche mit Decken aus. Das Katzenklo stellst Du nicht weit davon entfernt auf. Achte darauf, dass Deine Katze nicht friert.

Deine Katze versorgst Du mit frischem Wasser, verweigerst ihr jedoch noch immer die Nahrungsaufnahme. Damit wartest Du, bis sich die Katze erholt hat und ein normales Verhalten zeigt. Dazu benötigt sie je nach Konstitution den Operationstag und die Nacht.

Wichtig ist, dass Deine Katze ihre Wunde in Ruhe lässt. Lecken und Knabbern daran führen zu Komplikationen bei der Wundheilung und Nachblutungen. Gelingt es der Katze nicht, versorgst Du sie mit einer Halskrause, alternativ mit einem Baumwollbody. Die mit Silberspray versorgte Wunde heilt bei regulärem Verlauf in einer Woche ab. Bemerkst Du Komplikationen wie Rötungen, Blutungen, Beulen oder Eiter, suchst Du erneut mit Deiner Katze den Veterinär auf. Nach 10 Tagen zieht der Tierarzt die Fäden. Kosten dafür fallen nicht mehr an.

Fazit

Eine Katze zu kastrieren, ist mit Kosten verbunden. Diese liegen jedoch niedriger als die Folgekosten, wenn Du diesen Schritt unterlässt. Mit dem Kastrieren Deiner Katze unterstützt Du das Bemühen darum, die Überpopulation zu verringern. Du ersparst Deinem Tier und ihren potenziellen Jungen großes Leid, das sie als Streuner auf den Straßen erwartet.

Siehe auch  Wie erkennst Du, ob Deine Katze schwanger ist?
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Verfasst von Redaktion