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Helfen Gute-Nacht-Geschichten beim Einschlafen?

Gute-Nacht-Geschichten können das Einschlafen fördern. Foto: © Halfpoint / stock adobe

Viele Eltern kennen diese Szenerie: Es ist abends, der junge Nachwuchs ist müde und eigentlich bettfertig: Der Schlafanzug sitzt, die Zähne sind geputzt und Sohn oder Tochter liegen in ihrem Bett bei gedimmtem Licht. Der Tag ist vorbei, doch das mit dem Einschlafen funktioniert nicht.

Ganz im Gegenteil: Sohnemann oder Tochter scheinen plötzlich besonders erzählfreudig: Was war heute im Kindergarten? Was passiert morgen in der Schule? Warum knackt es draußen vor dem Fenster? Und vieles mehr scheinen interessanter als zur Ruhe zu kommen.

In einem solchen Moment können Gute-Nacht-Geschichten helfen, den Übergang vom Tag zur Nacht ruhiger zu gestalten. Sie lenken die Aufmerksamkeit weg von den Erlebnissen des Tages und hin zu einer überschaubaren Handlung. Gleichzeitig entsteht ein vertrautes Ritual, das Kindern Sicherheit geben kann. Auch Erwachsene nutzen Geschichten oder Hörbücher, um am Abend leichter Abstand vom Alltag zu gewinnen.

Warum Gute-Nacht-Geschichten beim Einschlafen helfen können

Einschlafen bedeutet, körperlich und gedanklich zur Ruhe zu kommen. Das gelingt nicht immer sofort. Nach einem langen Tag sind noch viele Eindrücke präsent, manchmal kreisen die Gedanken um Erlebtes oder um den nächsten Morgen. Eine Geschichte schafft hier einen sanften Wechsel.

Statt weiter über den Tag nachzudenken, konzentriert sich das Kind auf Figuren, Orte und kleine Ereignisse. Seine Aufmerksamkeit bekommt eine neue Richtung. Für Eltern, die nach passenden Erzählungen suchen, gibt es hier zahlreiche Geschichten zum Einschlafen.

Noch wichtiger als die einzelne Geschichte ist häufig die Wiederholung. Wird jeden Abend nach dem Zähneputzen oder kurz vor dem Lichtausschalten vorgelesen, entsteht ein vertrauter Ablauf. Das Kind weiß: Jetzt wird es ruhig, der Tag ist vorbei und bald beginnt die Schlafenszeit.

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Wie Geschichten Körper und Geist zur Ruhe bringen

Eine ruhige Erzählung fordert keine große Aktivität. Man muss nichts lösen, nichts gewinnen und nicht schnell reagieren. Stattdessen kann der Nachwuchs einfach zuhören und im Kopf auf Erzählreise gehen. Auch die Stimme des Vorlesenden trägt zur Stimmung bei. Ein langsames Tempo, eine angenehme Lautstärke und kleine Pausen können beruhigend wirken. Besonders jüngere Kinder genießen dabei häufig die Nähe zu einer vertrauten Person.

Wiederkehrende Figuren und bekannte Geschichten sind ebenfalls hilfreich. Kinder müssen dann nicht ständig neue Zusammenhänge verstehen. Manche möchten deshalb über Wochen hinweg dieselbe Geschichte hören. Was Erwachsenen schnell langweilig erscheint, kann Kindern gerade wegen dieser Vertrautheit gefallen.

Für wen Gute-Nacht-Geschichten besonders geeignet sind

Vor allem bei kleineren Kindern gehören Geschichten häufig zu einem festen Abendritual. Das Vorlesen verbindet gemeinsame Zeit mit einem festen Abschluss des Tages. Kinder können noch einmal Nähe erleben und gleichzeitig langsam ruhiger werden.

Auch ältere Kinder profitieren vom Geschichtenerzählen. Statt des persönlichen Vorlesens von Mama oder Papa gefallen ihnen mit zunehmendem Alter vielleicht eher Hörgeschichten. Oder sie werden selbst aktiv und lesen ein Buch. Entscheidend ist weniger das Alter als die Frage, ob das Erzählen dabei hilft, den Tag hinter sich zu lassen.

Selbst Erwachsene greifen am Abend zu Büchern oder aber Hörbüchern oder Erzählungen. Besonders nach stressigen Tagen kann es angenehmer sein, einer Geschichte zu folgen, als noch lange Nachrichten zu lesen oder auf dem Smartphone durch soziale Netzwerke zu scrollen.

Welche Arten von Gute-Nacht-Geschichten entspannend wirken

Für den Abend eignen sich Geschichten, deren Handlung überschaubar bleibt. Kleine Abenteuer dürfen durchaus vorkommen, sollten aber nicht von einer aufregenden Szene zur nächsten springen. Gruselige Geschichten, bedrohliche Situationen oder besonders dramatische Wendungen können Kinder dagegen länger wachhalten.

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Gut passen beispielsweise Geschichten über Tiere, Freundschaft, einen Spaziergang durch den Wald oder kleine Erlebnisse aus dem Alltag. Auch Fantasiegeschichten können geeignet sein, zur Ruhe zu kommen, wenn sie ein beruhigendes Ende haben und der Vorleser oder die Vorleserin mit ruhiger Stimme vorträgt.

Beliebt sind außerdem wiederkehrende Figuren. Ein Kind, das jeden Abend denselben kleinen Bären, Fuchs oder Drachen begleitet, trifft gewissermaßen einen alten Bekannten wieder. Dadurch entsteht Vertrautheit, ohne dass die Geschichte jedes Mal identisch sein muss.

Vorlesen oder Hörgeschichte – was eignet sich besser?

Beim klassischen Vorlesen steht nicht nur die Geschichte im Mittelpunkt. Kinder hören die Stimme eines vertrauten Menschen, können sich ankuscheln und bei Bedarf noch eine Frage stellen. Dieser persönliche Moment macht das Vorlesen für viele Familien zu einem wichtigen Bestandteil des Abends.

Hörgeschichten haben andere Vorteile. Sie lassen sich auch dann nutzen, wenn gerade niemand vorlesen kann, und ältere Kinder können selbst entscheiden, welche Geschichte sie hören möchten. Auch auf Reisen oder bei Übernachtungen außer Haus können vertraute Hörgeschichten hilfreich sein.

Eine allgemeingültige Antwort gibt es deshalb nicht. Vorlesen schafft mehr persönliche Nähe, Hörgeschichten bieten mehr Selbstständigkeit. Beides lässt sich durchaus miteinander kombinieren.

Tipps für ein entspanntes Abendritual mit Geschichten

Ein ruhiger Abend beginnt möglichst nicht erst mit der Geschichte. Hilfreich ist ein wiederkehrender Ablauf, an den sich das Kind gewöhnen kann. Nach dem Abendessen folgen beispielsweise Waschen und Zähneputzen, anschließend wird der Schlafanzug angezogen und das Licht im Kinderzimmer gedimmt. Danach beginnt die Geschichte.

Auch die Dauer sollte ungefähr feststehen. Zehn oder fünfzehn Minuten reichen häufig aus. So wird aus dem Vorlesen keine tägliche Verhandlung darüber, ob noch drei weitere Geschichten folgen.

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Fernseher, Tablet oder Smartphone sollten während dieser Zeit möglichst keine Konkurrenz darstellen. Je ruhiger die Umgebung wird, desto leichter kann sich das Kind auf die Erzählung einlassen. Dabei muss es keineswegs schon während des Vorlesens einschlafen. Die Geschichte soll vor allem den Übergang zur Ruhe angenehmer machen.

Wann Gute-Nacht-Geschichten allein nicht ausreichen

Manchmal steckt hinter Einschlafproblemen mehr als ein unruhiger Tagesabschluss. Kinder können durch Streit, Veränderungen im Alltag, Sorgen oder Ängste beschäftigt sein. Dann hilft es oft, zunächst darüber zu sprechen, bevor die Geschichte beginnt.

Auch ein sehr unregelmäßiger Schlafrhythmus, spätes Herumtoben oder lange Bildschirmzeiten können dazu führen, dass ein Kind abends nicht müde wird. Eine noch so schöne Geschichte kann solche Gewohnheiten nicht vollständig ausgleichen.

Bleiben Schlafprobleme über längere Zeit bestehen oder ist ein Kind tagsüber auffällig müde, gereizt oder unkonzentriert, sollte genauer nach der Ursache geschaut werden. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, ärztlichen Rat einzuholen.

Fazit

Gute-Nacht-Geschichten können das Einschlafen fördern. Denn sie fördern einen ruhigen und vertrauten Übergang vom aktiven Tag zur Nacht.

Ganz gleich, ob Eltern aktiv vorlesen oder Kinder sich für eine Hörgeschichte entscheiden: Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Eine angenehme Atmosphäre, ruhige Inhalte und ein wiederkehrender Ablauf helfen Kindern, sich auf das Schlafengehen einzustellen. Für einige Minuten wird es stiller, der Alltag tritt in den Hintergrund und es bleibt nur noch eine Geschichte. Mit einem solchen Ritual lässt sich jeder Tag in Ruhe beenden.

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Verfasst von Redaktion