in

Die Geschichte des Feuerzeuges

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Geschichte des Feuerzeuges ist 790.000 Jahre alt. Foto: © fauziah/ stock adobe

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Geschichte des Feuerzeuges ist 790.000 Jahre alt. War es früher noch mühsam, Feuer zu machen, reicht bei modernen Feuerzeugen ein einfacher Klick. Die Flamme erscheint sofort und kontrolliert – so groß oder so klein, wie der Anwender es wünscht. Wie sich die Geschichte des Feuerzeuges bis heute entwickelte, ist ein spannendes Thema, von dem dieser Artikel handelt.

Die frühen Ursprünge des Feuerzeuges

Wusstest Du, dass es das Feuerzeug schon in der frühen Altsteinzeit (Altpaläolithikum) gab? Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist es etwa 790000 Jahre her, dass der aufrechtgehende Mensch (Homo erectus) diese Erfindung machte.

Feuererzeugung in der Steinzeit

Seit der Erfindung des Zeugs zum Feuermachen brauchte der Homo erectus das Feuer nicht mehr zu hüten. Er konnte es fortan gezielt einsetzen, wann immer er Licht und Wärme benötigte. Möglich machten dies die drei Bestandteile des Feuerzeuges: der Feuerstein, ein Mineral, das Eisensulfidkristalle enthielt und aussah, wie eine Knolle, sowie ein getrockneter Baumschwamm als Zunder.

Das Ur-Feuerzeug fanden Anthropologen im Jordantal an einem ausgetrockneten See. Die Einwohner des heutigen Israels schlugen den Feuerstein an die Knolle. Auf diese Weise entstanden Funken, die den getrockneten Baumschwamm entzündeten.

Andere Quellen besagen, dass das Feuermachen erstmals vor 10000 bis 15000 Jahren mit Pyrit, einem Eisensulfid-Mineral, gelang. Das älteste in Europa bekannte Feuerzeug bestand aus einer Schwefelkies-Knolle, aus einem Zunderschwamm und einem Feuerstein. Gefunden wurde es in der Vogelherdhöhle in Baden-Württemberg und wurde auf 32.000 Jahre vor heute (vor 1950) datiert.

Der Homo erectus kannte jedoch noch eine weitere Möglichkeit, Feuer zu machen. Er fand heraus, dass durch mechanische Reibung Hitze entsteht. So entstanden das Feuerbohren, das Feuerpflügen und Feuersägen. Beim Feuerbohren wird ein einfacher Hartholzstab als Feuerbohrer verwendet, der auf einem Stück Weichholz steht. Beim anschließenden Drehen des Stabes (dem Bohren) entsteht Holzstaub, der in einer Kerbe gesammelt wird. Durch die erzeugte Hitze beginnt der Holzabrieb zu glühen. Ähnlich funktioniert das Feuersägen. Als Beschleunigungsmittel, beispielsweise beim Bohren, dienen Schnüre und maximal daumendicke Bögen aus einem trockenen und armlangen Haselnussschößling.

Siehe auch  Das Gartenjahr – Monat für Monat erfolgreich durch die Jahreszeiten

Die Römer rieben Efeu- und Lorbeerholz aneinander, um Feuer zu erzeugen. Zu Titus’ Zeiten (in den Jahren 39 bis 81) nutzten sie Schwefelstängel, die sie in vermodertes Holz steckten und durch Reibung an einer Steinplatte in Brand setzten.

Feuerstein und Stahl im Mittelalter

Im 14. Jahrhundert waren Stahl und Stein die bevorzugten Mittel, zum Gewinnen von Feuer. Damals bestand das Feuerzeug aus einem Holzkasten von der Länge eines Schuhs (30,48 Zentimeter). Er war jeweils acht Zoll hoch und breit. 8 Zoll entsprechen 20,32 Zentimeter. Dieser Kasten war zweigeteilt. In einem Teil befanden sich Stahl und ein Feuerstein, im anderen Hobelspäne. Den an Ketten befestigten gebogenen Stahl nahmen die Menschen auf und schlugen ihn mit festen Schlägen auf den harten Feuerstein. Die dabei entstandenen Funken flogen auf die Hobelspäne und setzten sie in Brand. Daraus ließ sich ein helles Feuer blasen.

Der Nachfahre dieses mittelalterlichen Feuerzeuges war das Thüringische Feuerzeug. Dieses maß 15,24 Zentimeter (sechs Zoll) in der Länge sowie jeweils 10,16 Zentimeter (vier Zoll) in der Höhe und Breite. Der Kasten bestand nicht mehr aus Holz, sondern aus Blech. Dieser war ebenfalls unterteilt und enthielt Zunder, Stahl, Stein und Schwefelfäden.

Davon unterschied sich das Schlesische Feuerzeug. Es bestand aus zwei Kupfertellern mit einem Durchmesser von 7,62 Zentimetern (drei Zoll). Die Ränder der Teller waren aufgebogen. Das Feuerzeug ergänzte eine Handhabe. Darunter lagen Leinwandzunder, darüber Stahl, Stein und Schwefelfäden. Im Erzgebirge setzten sich zum Feuermachen mit Holzmodder gefüllte Metallbüchsen durch.

Im 15. Jahrhundert entstanden zudem das Radschloss-Feuerzeug und das Stein-, Schnapp- oder Flintschloss. Beim Radschloss entsteht der Funke durch Reibung, beim Steinschloss durch Schlagen. Bei Letzterem halten die Backen den Feuerstein. Der Hahn wird mit einer Feder gespannt. Lässt Du los, schlägt der Stein auf den oberhalb der Zündpfanne befindlichen Feuerstahl. Darunter befindet sich die Zündpfanne, in welche die Funken fallen. Diese pistolenähnliche Erfindung wurde für den Hausgebrauch als Tischfeuerzeug genutzt.

Siehe auch  Wie werden Gewinne mit Kryptowährungen versteuert?

Im 18. Jahrhundert kamen neue Feuerzeuge wie das Französische Flintenschloss hinzu. Dieses bestand aus einer Büchse mit verschiebbarem Deckel. Diese Erfindung hatte den Vorteil, dass sie „den Zunder immer gleich hoch hervortreten“ ließ.

Das erste chemische Feuerzeug

Das erste chemische Feuerzeug war das Tauch- oder Tunkzündhölzchen von Chancel. Fabriziert wurde es ab dem Jahr 1812 in Wien. Die Hölzchen besaßen ein geschwefeltes Ende, das aus einer zinnoberfarbenen Mischung von Kaliumchlorat und Rohrzucker bestand. Dieses verpuffte beim Benetzen mit konzentrierter Schwefelsäure. Die darunterliegende Schwefelschicht entzündete sich und setzte das Holz mit in Brand. Als Hilfsmittel dienten Gläser, in denen sich in konzentrierter Schwefelsäure getränktes Asbest befand.

Bis zur Erfindung des Reibzündhölzchens dauerte es noch etwa zwanzig Jahre. Diese erhielten um 1832 den Namen Congreve’sche Streichhölzer. Damit sie sich entzünden, war es erforderlich, sie durch Zusammenpressen mit zwei Fingern zwischen zwei Flächen von Sandpapier zu reiben. 1833 entstanden die ersten Phosphorstreichhölzchen durch den deutschen Studenten Kammerer. Ebenfalls gelang es Irinyi im Jahr 1835, Phosphorzündhölzer herzustellen. Trevany ersetzte das Kaliumchlorat teilweise durch Braunstein und Mennige. 1837 gelang es Preshel, das giftige Kaliumchlorat durch das braune Bleisuperoxid und eine Mischung von Mennige und Salpeter zu ersetzen.

Döbereinersches Platinfeuerzeug (1823)

Eine bahnbrechende Erfindung machte im Jahr 1823 der Chemiker Johann Wolfgang Döbereiner. Er entdeckte die katalytische Wirkung des Platins. Er fand heraus, dass Platin bei Raumtemperatur Wasser entzünden kann. Dies war die Grundlage für die Erfindung des Döbereinerschen Platinfeuerzeuges. Seine Feuerzeuge waren kostspielig und wohlhabenden Leuten vorbehalten.

Sie bestanden aus einem Glasbecher. Darin befand sich ein offener, flaschenförmiger Trichter, in dem sich ein Stück Zinn befand. Der Trichter war mit dem Messingdeckel des Glases verbunden. In das Glas wurde verdünnte Schwefelsäure eingefüllt. Kam die Schwefelsäure in Kontakt mit dem Zink, entwickelte sich Wasserstoff. Dieser sammelte sich im Trichter. Es entstand ein Überdruck, der den Schwefelsäurepegel und das Zinkstück drückte. Die Gasentwicklung kam auf diese Weise zum Stillstand.

Auf dem Deckel waren ein Gashahn und demgegenüber eine Kapsel mit einem Platinschwamm angebracht. Der Schwamm bezeichnet eine in Platinsalzlösung getränkte Kugel aus Ton. Öffnete der Anwender das Ventil, strömte Wasserstoff auf den Platinschwamm. Dieser begann zu glühen und entzündete sich. Aufgrund des hohen Wartungsaufwandes und des hohen Preises verloren die Menschen um 1850 das Interesse an den Gasfeuerzeugen von Döbereiner. Hergestellt wurden sie noch bis 1880.

Siehe auch  Wird Bargeld bald abgeschafft?

Das Gasfeuerzeug und moderne Varianten

Die Erfindung des Chemikers Döbereiner wurde zu kleineren moderneren Feuerzeugen weiterentwickelt. Daraus entstanden die am häufigsten verwendeten Einwegfeuerzeuge aus Kunststoff, in denen sich Butangas befindet. Der Nachteil: Sie belasten die Umwelt stark. Umweltfreundlicher sind dagegen nachfüllbare Gasfeuerzeuge.

Moderne Feuerzeuge lassen sich zu Werbezwecken gebrauchen. Siehst Du Dich im Internet um, findest Du Anbieter, die Feuerzeuge bedrucken. Verschenkst Du die mit Deinem Firmenlogo und Firmennamen versehenen Feuerzeuge, hilft Dir dieses, neue Kunden zu gewinnen und alte zu halten.

Sicherlich freuen sie sich über bedruckte Sturmfeuerzeuge, die sich auch bei Sturm oder Regen verwenden lassen. Die Flamme lässt sich nur schwer ausblasen. Diese Feuerzeuge gibt es als Gas- und als Benzinfeuerzeug.

Das bekannteste nachfüllbare Benzinfeuerzeug stammt vom Hersteller Zippo. In seinem Inneren befinden sich Flüssigbenzin und ein Docht, der das Benzin aufsaugt und an dem das Feuer entzündet wird. Bekannt ist es durch seine Windresistenz und seine Langlebigkeit – perfekt für Camper.

Benzinfeuerzeuge haben einen unangenehmen Benzingeruch. Diesen findest Du bei elektrischen Feuerzeugen nicht wieder. Sie verbrauchen weder Gas noch Benzin und sind wiederaufladbar. Sie entzünden Kerzen und Zigaretten durch einen elektrischen Lichtbogen.

Ebenfalls keinen Brennstoff verbrauchen Solarfeuerzeuge. Sie nutzen einen parabolischen Spiegel, um das Sonnenlicht zu bündeln und auf einen bestimmten Punkt zu konzentrieren. Dadurch entsteht eine intensive Hitze, die ausreicht, um Zigaretten, Holz und Papier anzuzünden. Leider reicht ein sonniges Gemüt nicht aus, um das Solarfeuerzeug zum Funktionieren zu bringen. Was Du benötigst, ist eine intensive Sonneneinstrahlung. Anderenfalls musst Du auf Deine Zigarette verzichten oder auf eine Alternative zurückgreifen.

Avatar-Foto

Verfasst von Redaktion